Innere Figuren

Video und Innere Figuren

Das «Figurengestalten» und das «Videogestalten» sind zwar sehr unterschiedliche Künste, gemeinsam ist ihnen aber der Blick auf innere Welten, die im normalen Alltag oft untergehen.

In Gwatt schöpfen die TeilnehmerInnen mit ihren Händen eine Figur, die etwas mit ihnen selbst zu tun hat. Sie entsteht innerhalb einer vertrauten Gruppe in einem intensiven Prozess und kann dann stolz mit nach Hause genommen werden.

Beim Video ist das anders. Kamera und Fotos aus dem Familienalbum schaffen eine spezielle Atmosphäre, das Gespräch beginnt und die laufende Kamera wird schnell vergessen. Nach dem Zusammenpacken bleibt das Gefühl einer intensiven Begegnung. Am PC entsteht dann aus diesem mehrstündigen «Gesprächs-Material» ein Portrait, das sowohl persönlich wie allgemeingültig sein soll, aber keinesfalls voyeuristisch.

Walter Krähenbühl an der Videokamera

Bei dieser Arbeit ist das ganze Team meiner inneren Figuren gefragt: der Regisseur, Dramatiker, Cutter, Musiker, Texter, Grafiker, Kritiker … und am Schluss auch der Techniker, der das Ganze auf eine DVD brennt und die Etiketten ausdruckt. Hinter einer Minute Video stecken rund drei bis zehn Stunden kreative Arbeit.

Zuletzt ist es immer spannend, wie die GesprächspartnerInnen meine Interpretation empfinden: Was soll ich noch verändern, ergänzen oder weglassen? Erst wenn sie ohne Bedenken einer Veröffentlichung zustimmen, ist die Video-Biographie abgeschlossen. Am Ende des Prozesses liegt eine kleine Scheibe auf dem Tisch, vollgepackt mit Bildern und Erinnerungen, die jederzeit und überall wieder abgerufen werden können.

Hanni und Hans, Frühling 2000

Hanni und Hans

Rösi und Otti, Langnau i.E. 2006

Rösi und Otti

Zum Kaffi bei Käthy, 2007

Käthy

Ein Sonntag mit Magdalena, 2006

Magdalena

Hans Näf: TZI und andere Geschichten, 2008

Hans Näf
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